Woran erkennt man hochwertiges Kollagenpulver? 8 Kriterien im Faktencheck

Woran erkennt man hochwertiges Kollagenpulver? 8 Kriterien im Faktencheck

Die Auswahl an Kollagenpulvern ist groß. Auf vielen Produkten stehen Begriffe wie „Premium“, „hochdosiert“, „bioaktiv“ oder „Kollagen Typ 1, 2 und 3“. Doch solche Angaben allein sagen wenig darüber aus, wie gut sich ein Produkt tatsächlich beurteilen lässt.

Entscheidender sind nachvollziehbare Kriterien: Welcher Kollagenrohstoff wird verwendet? Wurde genau dieser Rohstoff klinisch untersucht? Entspricht die enthaltene Menge den untersuchten Dosierungen? Ist die Herkunft transparent? Und welche Rolle spielt Vitamin C?

Dieser Ratgeber zeigt acht Kriterien, mit denen sich Kollagenpulver sachlich vergleichen lassen.

Kurz beantwortet: Woran erkennt man gutes Kollagenpulver?

Ein hochwertiges Kollagenpulver sollte den verwendeten Kollagenrohstoff und seine Menge klar deklarieren. Besonders aussagekräftig ist es, wenn klinische Untersuchungen direkt mit dem eingesetzten Peptidprofil durchgeführt wurden und die enthaltene Tagesmenge der in diesen Studien verwendeten Dosierung entspricht.

Auch Herkunft, Zutatenliste, Vitamin-C-Gehalt und realistische Produktversprechen helfen bei der Beurteilung. Ein Markenname allein macht ein Kollagen allerdings noch nicht automatisch besser.

1. Der verwendete Kollagenrohstoff sollte eindeutig erkennbar sein

Auf vielen Produkten findet sich lediglich die Angabe „Kollagenhydrolysat“. Das beschreibt grundsätzlich hydrolysiertes Kollagen, sagt aber noch wenig darüber aus, welches konkrete Peptidprofil enthalten ist oder mit welchem Rohstoff vorhandene Studien durchgeführt wurden.

Bei spezifischen Markenpeptiden ist der eingesetzte Rohstoff dagegen eindeutig identifizierbar. Beispiele sind VERISOL®, FORTIGEL® oder TENDOFORTE® von GELITA. Diese Peptide werden gezielt hergestellt und besitzen jeweils definierte Peptidprofile. GELITA unterscheidet seine bioaktiven Kollagenpeptide auch nach ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten.

Wichtig: Ein Kollagenhydrolysat ohne Markenname muss deshalb nicht automatisch minderwertig sein. Für Verbraucher ist die wissenschaftliche Einordnung jedoch schwieriger, wenn nicht erkennbar ist, welcher konkrete Rohstoff eingesetzt wird.

2. Studien sollten möglichst mit genau diesem Kollagenrohstoff durchgeführt worden sein

Das ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale.

Die Aussage „Kollagen wurde wissenschaftlich untersucht“ reicht allein nicht aus. Unterschiedliche Kollagenhydrolysate können unterschiedliche Peptidprofile besitzen. Ergebnisse einer Studie mit einem bestimmten Rohstoff lassen sich deshalb nicht automatisch auf jedes andere Kollagenpulver übertragen.

Bei VERISOL® wurden beispielsweise randomisierte, placebokontrollierte Humanstudien mit dem spezifischen Kollagenpeptid durchgeführt. In einer Studie mit 69 Frauen wurden 2,5 oder 5 Gramm täglich über acht Wochen eingesetzt und unter anderem Hautelastizität, Hautfeuchtigkeit und Hautrauigkeit untersucht.

Auch zu spezifischen Kollagenpeptiden für andere Forschungsbereiche liegen kontrollierte Untersuchungen vor. Bei einer Studie zu aktivitätsbedingten Kniebeschwerden wurden beispielsweise 5 Gramm spezifische Kollagenpeptide täglich über zwölf Wochen untersucht.

Der praktische Unterschied lautet deshalb:

Nicht nur fragen: „Gibt es Studien zu Kollagen?“

Sondern: „Gibt es Studien zu genau dem Kollagenrohstoff, der in diesem Produkt steckt?“

3. Die Tagesdosis sollte zur Studienlage des eingesetzten Peptids passen

Mehr Kollagen ist nicht automatisch besser.

Entscheidend ist vielmehr, ob die enthaltene Menge zu dem jeweiligen Rohstoff und dessen Studienlage passt.

Für VERISOL® werden bei der bovinen Variante 2,5 Gramm täglich angegeben; diese Menge wurde auch in mehreren Hautstudien eingesetzt.

FORTIGEL® wurde beispielsweise in einer aktuellen kontrollierten Untersuchung mit 5 Gramm täglich über zwölf Wochen eingesetzt.

Auch GELITA nennt für TENDOFORTE® eine Tagesmenge von 5 Gramm.

Deshalb ist eine pauschale Aussage wie „10 Gramm Kollagen sind immer besser als 2,5 Gramm“ wenig sinnvoll. Unterschiedliche Peptidprofile werden in unterschiedlichen Mengen untersucht.

Entscheidend ist die Kombination aus:

konkretem Peptid + passender Dosierung + passender Studienlage.

4. Die tatsächliche Kollagenmenge pro Tagesportion muss transparent sein

Bei der Beurteilung eines Produktes sollte nicht nur auf die Vorderseite der Verpackung geschaut werden.

Relevant ist die Menge, die mit der empfohlenen Tagesportion tatsächlich aufgenommen wird.

Bei Produkten mit mehreren Kollagenpeptiden sollte außerdem erkennbar sein, wie viel von jedem einzelnen Peptid enthalten ist. Eine hohe Gesamtmenge ist nur begrenzt aussagekräftig, wenn nicht transparent wird, wie sie zusammengesetzt ist.

Eine gute Deklaration beantwortet deshalb drei Fragen unmittelbar:

Wie viel Kollagen enthält die Tagesportion?

Welche Kollagenpeptide sind enthalten?

Wie viel davon entfällt auf den jeweiligen Rohstoff?

5. Das Kollagenpeptid sollte zum gewünschten Schwerpunkt passen

„Kollagen“ ist keine einzelne einheitliche Zutat mit immer derselben wissenschaftlichen Datenlage.

Einige spezifische Kollagenpeptide wurden schwerpunktmäßig zu unterschiedlichen Bereichen untersucht.

VERISOL® wurde insbesondere im Beauty- und Hautbereich untersucht. FORTIGEL® wird von GELITA als spezifisches Kollagenpeptid mit Schwerpunkt Gelenke und Knorpel positioniert. TENDOFORTE® wurde speziell im Zusammenhang mit Sehnen und Bändern untersucht.

Das bedeutet nicht, dass ein Peptid ausschließlich in einem einzigen Gewebe vorkommt. Für die Kaufentscheidung ist aber relevant, zu welchem konkreten Peptidprofil klinische Daten vorliegen.

Wer sich genauer für die Unterschiede interessiert, findet dazu im Ratgeber den Beitrag:

Kollagenpulver im Vergleich: Worauf es bei VERISOL®, TENDOFORTE® & FORTIGEL® wirklich ankommt

6. Vitamin C ist eine sinnvolle Ergänzung – aber kein Qualitätsbeweis allein

Vitamin C spielt eine klar definierte Rolle bei der körpereigenen Kollagenbildung.

Die EU erlaubt unter anderem die Aussagen:

„Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.“

und

„Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Knorpelfunktion bei.“

Deshalb ist die Kombination von Kollagenpeptiden mit Vitamin C physiologisch nachvollziehbar.

Wichtig ist aber die Einordnung: Ein Produkt wird nicht allein deshalb hochwertig, weil Vitamin C zugesetzt wurde. Entscheidend bleibt weiterhin die Qualität, Transparenz und Dosierung des verwendeten Kollagenrohstoffs.

Mehr dazu:

Kollagen und Vitamin C: Warum hochwertige Kollagenprodukte beides kombinieren

7. Herkunft und Zutaten sollten nachvollziehbar sein

Kollagen kann unter anderem aus Rind oder Fisch gewonnen werden. Keine dieser Quellen ist grundsätzlich pauschal „besser“.

Wichtiger ist Transparenz.

Auf einem guten Produkt sollte erkennbar sein, aus welcher Quelle das Kollagen stammt und welche weiteren Zutaten enthalten sind.

Auch bei Aromen, Süßungsmitteln oder weiteren Zusatzstoffen lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Eine besonders kurze Zutatenliste ist zwar nicht automatisch ein wissenschaftlicher Qualitätsnachweis, erleichtert aber die Beurteilung dessen, was tatsächlich aufgenommen wird.

Gerade bei einem Produkt, das täglich über längere Zeit eingenommen werden soll, sind nachvollziehbare Zusammensetzung und klare Deklaration wichtiger als möglichst viele Marketingbegriffe auf der Vorderseite.

8. Vorsicht bei außergewöhnlich starken Versprechen

Auch hochwertige Kollagenpeptide sind kein Wundermittel.

Skepsis ist angebracht, wenn Produkte beispielsweise versprechen:

„Falten verschwinden garantiert“

„wirkt innerhalb weniger Tage“

„100 % Aufnahme“

oder wenn aus einer einzelnen Studie eine allgemeine Wirkung für jedes Kollagenprodukt abgeleitet wird.

Klinische Studien können zeigen, dass sich bestimmte Messwerte innerhalb einer untersuchten Gruppe statistisch verändern. Sie garantieren aber nicht, dass bei jeder Person derselbe Effekt auftritt.

Seriöse Anbieter sollten deshalb klar unterscheiden zwischen:

dem, was ein Produkt enthält,

dem, was mit dem konkreten Rohstoff untersucht wurde,

und dem, was daraus tatsächlich für den einzelnen Verbraucher abgeleitet werden kann.

Ist ein Markenpeptid automatisch besser als normales Kollagen?

Nein.

Ein Markenname allein ist kein Qualitätsbeweis.

Der Vorteil eines spezifischen Markenpeptids liegt vor allem darin, dass der Rohstoff eindeutig identifizierbar ist, ein definiertes Peptidprofil besitzt und klinische Studien direkt diesem Rohstoff zugeordnet werden können.

Bei einem nicht näher bezeichneten Kollagenhydrolysat kann ebenfalls ein hochwertiger Rohstoff eingesetzt werden. Ohne genaue Angaben ist für Verbraucher jedoch schwieriger zu beurteilen, ob beworbene Studien tatsächlich zum enthaltenen Kollagen passen.

Ist ein besonders niedriges Molekulargewicht automatisch besser?

Auch hier lautet die Antwort: nein.

Das Molekulargewicht beschreibt zunächst lediglich die Größe der enthaltenen Peptide. Ein niedriger Wert allein beweist weder eine bessere Wirkung noch eine bessere klinische Datenlage.

Für die Beurteilung eines Kollagenpulvers ist deshalb ein dokumentiertes Peptidprofil mit konkreten Humanstudien aussagekräftiger als eine einzelne Molekulargewichtsangabe.

Wie schneidet der UltraMed Collagen Complex nach diesen Kriterien ab?

Der UltraMed Collagen Complex kombiniert drei klar deklarierte Kollagenpeptide:

VERISOL® 2,5 g

FORTIGEL® 5 g

TENDOFORTE® 5 g

Damit enthält eine Tagesportion insgesamt 12,5 g Kollagenhydrolysat. Zusätzlich enthält die Rezeptur Vitamin C sowie Inulin.

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht allein die Gesamtmenge von 12,5 Gramm, sondern die transparente Aufteilung auf drei spezifische Kollagenpeptide.

Wer sich zunächst unabhängig vom Produkt mit den einzelnen Peptiden beschäftigen möchte, findet dazu separate Informationen zu VERISOL® sowie im Kollagen-Ratgeber weitere Studien- und Hintergrundartikel.

Fazit: Was macht ein hochwertiges Kollagenpulver aus?

Ein hochwertiges Kollagenpulver lässt sich nicht an einem einzelnen Begriff wie „Premium“, „Typ I & III“ oder „hochdosiert“ erkennen.

Aussagekräftiger ist das Gesamtbild:

Der konkrete Kollagenrohstoff sollte nachvollziehbar sein. Die enthaltene Menge sollte transparent angegeben werden. Idealerweise existieren Humanstudien mit genau diesem Rohstoff und in einer vergleichbaren Dosierung. Zusätzlich sind eine nachvollziehbare Herkunft, eine klare Zutatenliste und realistische Aussagen wichtige Qualitätsmerkmale.

Besonders bei Kollagenpeptiden gilt deshalb:

Nicht allein die Grammzahl entscheidet – sondern welches Peptid in welcher Menge enthalten ist und wie gut genau dieser Rohstoff untersucht wurde.

Häufige Fragen

Woran erkennt man hochwertiges Kollagenpulver?

An einer transparenten Deklaration des Kollagenrohstoffs, der enthaltenen Tagesmenge, der Herkunft und der Zutaten. Besonders aussagekräftig ist es, wenn klinische Studien direkt mit dem verwendeten Kollagenpeptid durchgeführt wurden.

Sind Markenpeptide besser als normales Kollagen?

Nicht automatisch. Ihr Vorteil besteht vor allem darin, dass Peptidprofil, Rohstoff und dazugehörige Studien eindeutig zugeordnet werden können. Bei generischem Kollagenhydrolysat hängt die Qualität vom jeweiligen Hersteller und Rohstoff ab.

Wie viel Kollagen sollte ein gutes Kollagenpulver enthalten?

Eine pauschale optimale Grammzahl gibt es nicht. Die untersuchte Tagesmenge hängt vom konkreten Kollagenpeptid und Forschungsziel ab. Bei VERISOL® wurden beispielsweise häufig 2,5 g täglich verwendet, bei FORTIGEL® und TENDOFORTE® 5 g.

Ist mehr Kollagen automatisch besser?

Nein. Eine größere Gesamtmenge bedeutet nicht automatisch eine bessere wissenschaftliche Grundlage. Entscheidend ist, ob Art und Menge des enthaltenen Kollagenrohstoffs zu den vorhandenen Studien passen.

Sollte Kollagenpulver Vitamin C enthalten?

Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion unter anderem von Haut und Knorpel bei. Eine Kombination kann daher sinnvoll sein. Vitamin C allein sagt jedoch nichts über die Qualität des verwendeten Kollagenpeptids aus.

Ist Rinder- oder Fischkollagen besser?

Keines von beiden ist grundsätzlich pauschal überlegen. Entscheidend sind unter anderem der konkrete Rohstoff, das Peptidprofil, die verwendete Menge und die Studienlage.

Wissenschaftliche Quellen

Proksch E. et al. (2014): „Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology: a double-blind, placebo-controlled study.“ Skin Pharmacology and Physiology.
Studie auf PubMed ansehen →

Proksch E. et al. (2014): „Oral intake of specific bioactive collagen peptides reduces skin wrinkles and increases dermal matrix synthesis.“ Skin Pharmacology and Physiology.
Studie auf PubMed ansehen →

Zdzieblik D. et al. (2017): „Improvement of activity-related knee joint discomfort following supplementation of specific collagen peptides.“ Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism.
Studie auf PubMed ansehen →

Praet S.F.E. et al. (2019): Untersuchung spezifischer Kollagenpeptide in Kombination mit Training bei Achillessehnenbeschwerden.
Studie auf PubMed ansehen →

GELITA: Informationen zu den bioaktiven Kollagenpeptiden VERISOL®, FORTIGEL® und TENDOFORTE®.
Informationen des Rohstoffherstellers GELITA →

Europäische Kommission: Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben, unter anderem zu Vitamin C und normaler Kollagenbildung.
EU-Verordnung ansehen →

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Erkrankungen oder Fragen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Zurück zum Blog